28.09.2022

Bürgerberatung, Aula der Grundschule Panitzsch - Thema: Photovoltaik,

Bei dieser Bürgerberatung wurden die Themen Photovoltaik-Dachanlagen und Balkonkraftwerke erläutert und die Möglichkeit der Installation einer Bürgersolaranlage auf dem Dach der Borsdorfer Zweifeldsporthalle diskutiert.
Link zu den Präsentationen: pv-dachanlage-220928 / pv-balkonanlage-220928 / pv-zweifeldersporthalle-220928

31.08.2022

Bürgerberatung - Bürgerhaus Zweenfurth - Thema: Gebäudesanierung

Vortrag André Müller (BCC Energie): Möglichkeiten der individuellen Sanierung von Gebäudehülle und Anlagentechnik unter Nutzung von KfW- und BAFA- Fördermitteln

25.05.2022

1. Bürgertreffen, Zweifeldersporthalle Borsdorf

Die Entwicklung unserer Gemeinde wird immer stärker von den grundlegenden Fragen nach bezahlbarer Energie für Heizung, Warmwasser, Strom und die Aufrechterhaltung von Mobilität geprägt. Wir müssen Wege finden, auf ‚alte‘ Energieträger wie Öl, Gas und Kohle zu verzichten und diese durch ‚neue‘ Energieträger aus z. B. Sonne und Wind ersetzen. Um eine solche Entwicklung auch für unsere Kommune auf den Weg zu bringen, hat die ‚Bürgerenergie Borsdorf zusammen mit der Bürgermeisterin Birgit Kaden und der Gemeindeverwaltung zu einem ersten Bürgertreffen zum Thema ‚Energieautarke Gemeinde Borsdorf‘ eingeladen. Ziel des Treffens war es nicht nur, die Einwohner unserer Kommune für diese Thematik zu interessieren, sondern sie gleich auch in den Planungsprozess einzubeziehen und gemeinschaftlich erste Eckpunkte für einen Stufenplan zur Entwicklung hin zu einer energieautarken Gemeinde zu formulieren.

Bei einem solchen Vorhaben geht es um den Aufbau dezentraler, emissionsfreier Vor-Ort-Energiesysteme unter Nutzung vorhandener und aufzubauender Ressourcen in den Sektoren Wärme, Strom, Energiespeicherung, Mobilität und Bauen. Andere Kommunen haben solche Konzepte bereits profitabel für ihre Bürger umgesetzt, sich von den großen Energieanbietern gelöst, produzieren ihre Energien in Eigenregie und bestimmen damit unmittelbar ihre Energiepreise selbst. Damit die Umsetzung gelingt, müssen viele Bürgerinnen und Bürger diese Projekte tragen, und die Tatsache, dass 140 Bürgerinnen und Bürger am Treffen am 25. Mai teilgenommen haben, zeigt, wie sehr unsere Mitbürger sich der Notwendigkeit einer eigenverantwortlichen Weiterentwicklung unserer Energieversorgung und -nutzung bewusst sind.

Eingeleitet wurde Das Bürgertreffen durch einen Vortrag von Michael Raschemann zum „Energieautarken Dorf Feldheim“, der am Beispiel seines Heimatortes Feldheim/Treuenbritzen (Brandenburg) die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Projekts und die Hindernisse auf dem Weg vorstellte. Seine Botschaft: Ja, ein solches Projekt kann funktionieren, wenn es von den Einwohnern einer Gemeinde gemeinsam und engagiert angepackt und vorangetrieben wird.

Im Anschluss wurden in sieben Tischrunden Fragen diskutiert, die zum einen die Teilnehmer für die Problematik des Umbaus der Energieversorgung in unserer Gemeinde weiter sensibilisieren und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zur Formulierung ihrer persönlichen Position bieten sollte:

  1. Wie bewerten Sie das Projekt „Energieautarke Gemeinde Borsdorf?“ Welchen Nutzen sehen Sie darin für sich/für die Gemeinde?
  2. Welche Standorte eignen sich aus Ihrer Sicht für Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, wie z.B. PV- / ST-Anlagen? Nach welchen Kriterien sollten solche Standorte ausgewählt werden?
  3. Wie stehen Sie zu Windkraftanlagen? Würden Sie akzeptieren, dass diese auch in Borsdorf zum Einsatz kommen?
  4. Was würden Sie den Projektinitiatoren mit auf den Weg geben? Würden Sie sich selbst in das Projekt einbringen?

Nachfolgend hier eine Zusammenfassung der Stellungsnahmen und Meinungsäußerungen

  1. Wie bewerten Sie das Projekt „Energieautarke Gemeinde Borsdorf?“ Welchen Nutzen sehen Sie darin für sich/für die Gemeinde?

Aussagen zum Projekt:

  • Die Zielsetzung von Energieautarkie ist eine große Herausforderung, aber es wird immer größeren ‚Druck‘ geben, neue Wege zu gehen, neue Ideen umzusetzen.
  • Greifbare Anreize für den Bürger-/Gemeindenutzen müssen gegeben sein.
  • Der Projektnutzen muss den Bürgern vermittelt werden.
  • Es besteht eine Anfangsskepsis, ob das Projekt sowohl finanziell als auch rechtlich umsetzbar ist.
  • Es besteht Bedarf von Aufklärung zu den Rechtskonsequenzen und zu Haftungsfragen.
  • Juristischen und bürokratische Regularien und Hindernisse können sich negativ auf die Umsetzung auswirken.
  • Nur mit Worten wird es nicht klappen, gute Projekte müssen als nachahmenswerte Beispiele auf den Weg gebracht werden.
  • Bei den Bürgern vorhandene Schwarmintelligenz sind eine gute Basis für die Realisation guter Projekte.
  • Eine besondere Herausforderung wird die Einbeziehung von Altbauten und denkmalgeschützten Häusern bilden.
  • Eingewandt wird, dass die Einrichtung von Energieverteilnetzen im Gemeindegebiet volkswirtschaftlich nicht sinnvoll sei.
  • Die Umsetzung wird eine Anpassung der Gemeindesatzung notwendig machen.
  • Übergreifend zeigen sich Teilnehmer positiv überrascht, dass die Gemeide bei diesen zukunftsweisenden Ideen initiativ wird.

Erwarteter Nutzen für die Bürger und die Gemeinde:

  • Die Bürger können sich direkt einbringen und Verantwortung übernehmen, was das Interesse und die Motivation für ein Engagement steigert.
  • Die Borsdorfer Hauseigentümer zeigen sich tendenziell aufgeschlossen und so können die Umsetzung einzelner Projekte zum Erfolg des Gesamtvorhabens beitragen.
  • Die Projektumsetzung wird vor Ort den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftskraft stärken.
  • Die angestrebte Energie-Selbstversorgung kann zu einer großen Beteiligungsakzeptanz führen, wenn die Umsetzung erkennbar kostengünstig und umweltfreundlich gelingt.
  • Borsdorf wird für die Zukunft gut gerüstet sein, wenn es gelingt die Potentiale der Gemeinde im Bereich ‚Erneuerbarer Energien‘ zu nutzen und die Umsetzung im Rahmen einer ‚eingetragenen Genossenschaft‘ (eG) erscheint als ein gangbarer Weg.
  1. Welche Standorte eignen sich aus Ihrer Sicht für Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, wie z.B. PV- / ST-Anlagen? Nach welchen Kriterien sollten solche Standorte ausgewählt werden?
  • Grundsätzlich eignen sich alle Dachflächen mit südöstlicher bis südwestlicher Ausrichtung auf Bestandsgebäuden einschließlich Gebäuden für die Denkmalschutz besteht, aber auch eine Fassadennutzung sollte in Betracht gezogen werden.
  • Die Energiegenossenschaft könnte Flächen zur Selbstnutzung vermitteln, aber bei allen Maßnahmen sollte eine Erhöhung der Flächenversieglung vermieden werden
  • Zu prüfen ist, ob auf dem gemeindeeigenen Gelände der Trabrennbahn eine Agri-PV-Anlage eingerichtet werden kann. Auch die Brachlandschaften der Altdeponien in den verschiedenen Ortsteilen kommen als Standorte in Betracht. Beidseitig der neune B6 könnten ebenfalls entsprechende Anlagen installiert werden.
  • Bei neuen Ein- und Mehrfamilienhäusern sollten PV-Anlagen in Kombination mit Stromspeicher grundsätzlich als Auflage gemacht werden.
  • Es sollte dringend darauf hingearbeitet werden, größere Bestandsgebäude (sowohl gewerblich genutzte als auch gemeindeeigene) auf den Dachflächen mit PV-Anlagen auszustatten. Dazu gehört das Dach der Zweifeldsporthalle, das Tribünendach auf der Trabrennbahn, die Gebäude des AZV, aber auch die Dächer der neuen und bestehenden Supermärkte.
  • Freie Dächer von Bestandsgebäuden könnten mittels einer Vereinbarung mit den Besitzern von der Energiegenossenschaft mit PV-Analgen ausgestattet werden (Modell Privatdachvermietung).

3. Wie stehen Sie zu Windkraftanlagen? Würden Sie akzeptieren, dass diese auch in Borsdorf zum Einsatz kommen?

  • Windkraftanlagen sind ein unverzichtbarer Teil des Energiemix beim Erreichen von Energieautarkie. Um eine hohe Akzeptanz zu erreichen, sollte deren Errichtung die Lebensqualität der Bürger nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigen. Die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort darf nicht gemindert werden.
  • Eine hohe Transparenz bei den Vorbereitungen und Planungen wird die Vorbedingung für das Erreichen Akzeptanz durch die Bürger sein. Ein möglicher Standort ist eine Position auf der Gemarkung Zweenfurth angrenzend an das Gewerbegebiet Brandis.
  • Den Bürgern müssen die für sie gegebenen Finanzvorteile erkennen.
  • Zusätzlich sollte die Möglichkeit der Errichtung von Kleinwindkraftanlagen geprüft werden.

4. Was würden Sie den Projektinitiatoren mit auf den Weg geben? Würden Sie sich selbst in das Projekt einbringen?

  • Im Rahmen der geplanten ‚Dorfakademie‘ sollten regelmäßige Bürgertreffen mit spezifischer Themensetzung durchgeführt werden. Daraus können sich Projektgruppen bilden, die verschiedene energierelevante Themenbereiche mit der Zielsetzung einer konkreten Realisation in Borsdorf vorantreiben.
  • Über das Instrument Dorfakademie können mehr Einwohner ‚abgeholt‘ und in die Arbeit der Energiegenossenschaft eingebunden werden. Durch die Einbingung nicht-ortsansässiger Mitglieder können zudem zusätzliche Möglichkeiten eruiert werden.
  • Im Rahmen der Dorfakademie sollten Gemeinderundgänge organisiert werden, um die Bewohner an Planungsarbeiten heranzuführen.
  • Die Energiegenossenschaft sollte Schlüsselprojekte benennen, damit die Bewohner der Gemeinde „etwas zum Anfassen“ haben.
  • Die Energiegenossenschaft soll sich in der Gemeinde bekannter machen und gleichzeitig der Genossenschaftscharakter stärker kommunizieren. Ein Instrument hierfür ist ein attraktiver Webauftritt der die Bürger anspricht und auch als Kommunikationsmedium genutzt werden kann.
  • Die Einbindung weiterer Akteure (NABU, und andere) ist anzustreben.

Günther Grommeck 
Vorsitzender 
0170-5866271 
info@burger-energie-borsdorf.de

Bernd Genennig 

Projektleiter

0176-41593282

genennig@fup-umwelt.de

Impressionen vom 1. Bürgertreffen

Auditorium

 

Moderator Bernd Felgentreff

 

Vortrag 1: Energieautarkes Dorf Feldheim, Michael Raschemann

 

Vortrag 2: Energieautarke Gemeinde Bosdorf, Bernd Genennig

 

Tisch 1 mit Tischmoderator Felix Günther und ersten Diskussionsergebnissen zu den Fragen 1 – 4 auf den Moderationskärtchen

Tisch 2 mit Tischmoderatorin Sandra Wagner

 

Tisch 3 mit Tischmoderator Prof. Reinhard Müller

 

Tisch 4 mit Tischmoderator Ralf Moritz und ersten Diskussionsergebnissen zu den Fragen 1 – 4 auf den Moderationskärtchen

 

Tisch 5 mit Tischmoderatoren Dr. Winfried Haas + Tobias Crackau

 

Tisch 6 mit Tischmoderator Harald Juckeland und ersten Diskussionsergebnissen zu den Fragen 1 – 4 auf den Moderationskärtchen

 

Tisch 7 mit Tischmoderator Harald Juckeland und Diskussionsergebnissen zu den Fragen 1 – 4 auf den Moderationskärtchen

 

Tisch 9 mit Tischmoderator Falko Haak und ersten Diskussionsergebnissen zu den Fragen 1 – 4 auf den Moderationskärtchen

 

Zusammenfassung und Ausblick
 Bürgermeisterin Birgit Kaden

Bürgerfragen / Bürgerideen

1. Bürgertreffen, 25.05.2022, Zweifeldersporthalle Borsdorf

Unsere Bürgerfragen:

1.     Wie bewerten Sie das Projekt „Energieautarke Gemeinde Borsdorf“? Welchen Nutzen sehen Sie darin für sich/für die Gemeinde?

2.     Welche Standorte eignen sich aus Ihrer Sicht für Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, wie z. B. PV-/ST-Anlagen?  
Nach welchen Kriterien sollen Standorte ausgewählt werden?

3.     Wie stehen Sie zu Windkraftanlagen? Würden Sie akzeptieren, dass diese auch in Borsdorf zum Einsatz kommen?

4.     Was würden Sie den Projektinitiatoren mit auf den Weg geben? Würden Sie sich selbst in das Projekt einbringen?

Ihre Bürgerideen:

Pressemitteilungen

1. Bürgertreffen, 25.05.2022, Zweifeldersporthalle Borsdorf

Vor Ort Borsdorf, 03-2022

LVZ, 05.04.2022